Reisewissen

Prag mit Kindern entspannt planen

Prag · Stadtansicht zur Illustration des Reisethemas
Prager Stadtansicht · Themenbild · Bildnachweis

Wenn ihr Prag mit Kindern besucht, plant pro Ausflug ein überschaubares Gebiet mit einer festen Pause, damit ihr nicht zwischen weit auseinanderliegenden Zielen hin- und herlaufen müsst. Im historischen Zentrum kommt ihr gut zu Fuß voran. Kopfsteinpflaster und volle Wege machen längere Strecken mit Buggy oder müden Kindern aber anstrengend.

Parks und ruhigere Viertel bringen Abwechslung. Öffentliche Verkehrsmittel sparen Wege; mit Kinderwagen solltet ihr vorher die Zugänge zu den Haltestellen prüfen. Plant die Route passend zum Alter und zur Ausdauer der Kinder. Achtet auf den Untergrund und darauf, ob ihr den Weg einfach abkürzen könnt.

Eine Gegend pro Ausflug

Plant Spaziergänge so, dass ihr in einem Stadtbereich bleibt. Dann müsst ihr nicht für jedes weitere Ziel quer durch Prag zurücklaufen. Eine kurze Runde mit anschließender Spielpause ist für viele Familien praktischer als eine lange Strecke mit mehreren festen Zwischenzielen.

Die offizielle Altstadtroute ist drei Kilometer lang, als leicht bis mittelschwer eingestuft und hat weder Steigungen noch Treppen. Das historische Pflaster ist jedoch rau, und manche Sehenswürdigkeiten sind nur eingeschränkt zugänglich. Teilt die Runde mit Buggy bei Bedarf in kürzere Abschnitte. Prüft auch, ob sich die Wege an den Abzweigungen mit dem Buggy befahren lassen.

Auch kurze Wege auf der Karte dauern durch Gedränge, Pflaster und häufiges Anhalten oft länger als gedacht. Legt vorab fest, an welchem Platz, Park oder Café ihr eine Pause macht. Wenn die Kinder früher müde werden, könnt ihr den Spaziergang dort beenden, statt eine geplante Runde unbedingt fertigzugehen.

Prager Viertel passend auswählen

Karlín eignet sich für einen überwiegend flachen Spaziergang. Die Steigung zum Vítkov-Denkmal ist die wichtige Ausnahme. Wenn ihr mit Buggy unterwegs seid oder die Kinder wenig Gehstrecke gewohnt sind, lasst diesen Anstieg aus und bleibt auf den flacheren Wegen des Viertels.

Bubeneč und Stromovka passen, wenn ihr dem dichten Zentrum eine längere Grünpause entgegensetzen wollt. Bubeneč gilt als ruhiges Villenviertel; der angrenzende Park Stromovka umfasst 95 Hektar. Dort gibt es Wege zum Spazieren und Wiesen; auch Wasser und Spielplätze gehören zum Park. Toiletten und Picknickplätze sind im städtischen Parkverzeichnis aufgeführt. Ihr könnt also einen Spaziergang durch das Viertel mit einer längeren Pause im Park verbinden.

Vinohrady wirkt durch Wohnstraßen, Plätze und Parkanlagen alltagsnäher als das historische Zentrum. In Vinohrady gibt es allerdings viele Steigungen. Für einen entspannten Besuch wählt lieber einen Teil des Viertels und verbindet ihn mit einem Park, statt eine lange Runde durch Vinohrady und das benachbarte Vršovice zu planen.

Auch für Kinder gibt es im Letná-Park Spielplätze. Picknickplätze und Toiletten sind ebenfalls vorhanden. Wie steil eure Anfahrt ausfällt, hängt von der gewählten Route ab. Prüft den konkreten Weg, bevor ihr euch mit Buggy auf den Weg macht.

Pausen in die Route einbauen

Plant die Pause fest ein, bevor alle erschöpft sind. Stromovka ist dafür eine gute Wahl, wenn ihr Platz zum Spielen und Ausruhen sucht. Für eine kürzere Unterbrechung könnt ihr einen Spielplatz in Letná einplanen. Auch die Havlíček-Gärten in Vinohrady oder der Folimanka-Park kommen dafür infrage. Im städtischen Verzeichnis sind Spielplätze für alle drei Orte aufgeführt. Für Letná nennt es außerdem Toiletten und Picknickplätze, für Folimanka Toiletten und Verpflegung.

Die Angaben zur Ausstattung zeigen nicht, ob eine Toilette oder ein Spielplatz an eurem Besuchstag geöffnet oder nutzbar ist. Prüft das vor Ort und habt eine Ausweichmöglichkeit im Blick. Laut Prager Tourismusinformation sind Einkaufszentren und babyfreundliche Cafés gute Anlaufstellen zum Wickeln, da Wickeltische in öffentlichen Toiletten selten sind. Auch dort lohnt sich eine kurze Nachfrage, bevor ihr einen Umweg einplant.

Mit Buggy in Prag Bus und Bahn nutzen

Im Prager Nahverkehr fährt ein Kinderwagen mit Kind kostenlos. Der Verkehrsbetrieb DPP weist darauf hin, dass der Einstieg bei überfüllten Fahrzeugen oder einem bereits belegten Kinderwagenplatz abgelehnt werden kann. Plant zu stark frequentierten Zeiten deshalb eine Ausweichverbindung ein. Macht beim Einsteigen auf euch aufmerksam und drückt vor dem Aussteigen die dafür vorgesehene Taste.

Laut Verkehrsbetrieb haben alle Busse und Oberleitungsbusse auf DPP-Linien einen niedrigen Einstieg. Bei Straßenbahnen hat mehr als die Hälfte der Flotte einen niedrigen Einstieg. Das erleichtert den Einstieg, sagt aber noch nichts darüber aus, ob ihr die Haltestelle stufenlos erreicht. Auch Metrostationen sind nicht alle barrierefrei; bei einzelnen Verbindungen spielen Treppen, Aufzüge und der Abstand zwischen Bahnsteig und Zug eine Rolle. Die Standseilbahn auf den Petřín ist ebenfalls keine verlässliche stufenlose Verbindung.

Prüft daher die gesamte Fahrt: den Weg zur Haltestelle, den Zugang am Ziel und mögliche Aufzüge. Ein niedriger Einstieg hilft wenig, wenn ihr den Bahnsteig nur über Treppen erreicht. Kontrolliert kurz vor der Fahrt auch den aktuellen Betriebsstatus von Aufzügen und Haltestellen.

Tickets nach Alter prüfen

Bei der Prager Verkehrsgesellschaft PID kostet ein Kurzzeitticket für Erwachsene und 30 Minuten 36 CZK in der App und 39 CZK als Papierticket. Für 90 Minuten kosten sie 46 CZK in der App und 50 CZK auf Papier. Die 24-Stunden-Karte kostet 140 CZK in der App und 150 CZK als Papierticket; für 72 Stunden sind es 340 beziehungsweise 350 CZK. Die Preise können sich ändern, daher solltet ihr sie vor der Reise auf der offiziellen Tarifseite der PID prüfen.

Kinder bis sechs Jahre fahren in Prag in Begleitung einer Person über zehn Jahren kostenlos. Ab zehn Jahren braucht das Kind einen geeigneten Altersnachweis. Für eine erwachsene Begleitperson eines Kindes unter drei Jahren gilt unter bestimmten Bedingungen ebenfalls eine kostenlose Fahrt, und zwar für eine Person pro Kind. Außerhalb Prags gelten andere Tarifbereiche. Prüft deshalb bei Fahrten über die Stadtgrenze hinaus die Regeln für die gesamte Strecke.

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